30.10.2014 / Beelitz
 

Ein Dorf mit Tradition - und Zukunft

Große Auszeichnung für Wittbrietzen: Der Ortsteil der Stadt Beelitz hat beim Kreis-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ den zweiten Platz belegt. Den ersten Platz hat Garrey im Hohen Fläming geholt, beide Orte werden Potsdam-Mittelmark im kommenden Jahr beim Dörfer-Wettbewerb auf Landesebene vertreten. „Darauf werden wir uns jetzt vorbereiten und Ideen zusammentragen, wie wir am besten punkten können“, sagt Wittbrietzens Ortsvorsteherin Simone Spahn. Außerdem gab es Preisgelder in Höhe von 2500 Euro für den Erst- und 1500 Euro für den Zweitplatzierten. Der Bad Belziger Ortsteil Lütte erhielt als Dritter 1000 Euro.

Die Auszeichnung hat in ihrem Dorf für riesige Freude gesorgt: „Kaum zu glauben, dass wir gleich mit der ersten Bewerbung so überzeugen konnten“, so Frau Spahn. Wie sie erklärt, sei bereits die Teilnahme am Wettbewerb ein großer Gewinn gewesen: „Man hat die Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen und zu erkennen, was es alles Tolles in den Dörfern der Region gibt.“ Insgesamt 16 Orte zwischen Havel und Hohem Fläming hatten sich am diesjährigen Kreiswettbewerb beteiligt. Jeder erhielt für die Teilnahme eine Bierzeltgarnitur, Sonderpreise gingen nach Schmergow und Rädigke.

Eine Jury aus Vertretern von Kreisbauernverband, LAG Fläming, Landesumweltamt und Kreisverwaltung hatte im Spätsommer die Bewerber-Dörfer in Augenschein genommen. Dabei wurde nicht nur auf das Ortsbild, sondern – auch anhand der Bewerbungsunterlagen – vor allem auf das gesellschaftliche Leben und die Entwicklungspotenziale der Orte geachtet. „In Wittbrietzen ist Langeweile ein Fremdwort, jeder Zweite ist Mitglied in einem Verein, man lebt für und mit der Geschichte des Dorfes“, würdigte die Vorsitzende der Jury Steffie Marquardt das Beelitz-Dorf.

Tatsächlich ist in Wittbrietzen schon aus der Tradition heraus der Zusammenhalt besonders groß. Nachdem Friedrich II. 1763 Neubauernfamilien im Ort ansiedelte und mit allerlei Vergünstigungen ausstattete, herrschte Jahrzehnte lang Zwietracht. Letztendlich rauften sich die Einwohner aber zusammen – und halten die Neubauerntradition heute besonders hoch. Im Zuge der Festwoche zum 250-jährigen Jubiläum wurde im vergangenen Jahr auch die neue DorfGemeinschaftsMitte eingeweiht: Für insgesamt 1,5 Millionen Euro ist der Ortskern saniert, ein Stall zum Gemeindezentrum und der alte Dorfkonsum zum ersten Bürgerladen Brandenburgs umgebaut worden. Auch ein Sommersaal für Großveranstaltungen ist entstanden.

Punkten konnte Wittbrietzen aber vor allem mit dem regen gesellschaftlichen Leben: Es gibt mehrere Veranstaltungen im Jahr, zum denen sich die Dorfgemeinschaft trifft, an der Organisation ist jeder irgendwie beteiligt. Nächster Termin ist das gemeinsame Weihnachtsbaumschmücken auf dem Dorfplatz am 29. November. Darüber hinaus gibt es knapp ein Dutzend Vereine. Mit Kita, Spielplatz und einer regen Seniorenschaft stimmt auch die soziale Infrastruktur. Potenziale ergeben sich vor allem im Bereich Tourismus – durch die Lage im Naturpark und das schmucke Ortsbild.

Der Landeswettbewerb beginnt im kommenden Frühjahr. In einem Aufruf des Infrastrukturministeriums heißt es: „Dass das Landleben eine lebenswerte Alternative zum Leben in der Stadt ist, zeigen viele gute Beispiele von hoher Lebensqualität im ganzen Land Brandenburg.“ Ein Satz, den man in Wittbrietzen getrost unterschrieben kann.

 
Text - Bilddatei  © Thomas Lähns - Pressesprecher Stadt Beelitz

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